AM Sachsen: Bayerns Deutsch-Verständnis ist eine Sackgasse!

//AM Sachsen: Bayerns Deutsch-Verständnis ist eine Sackgasse!

AM Sachsen: Bayerns Deutsch-Verständnis ist eine Sackgasse!

Die AM Sachsen hat den Plan von Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU), rein englischsprachige Bachelorstudiengänge ohne jede Einschränkung möglich zu machen, als Sackgasse kritisiert. Die bisherige Regelung, wonach rein englischsprachige Bachelorstudiengänge nur als „Zwillingstudiengänge“ zu bereits bestehenden deutschsprachigen Studiengängen möglich sind, als „nicht mehr zeitgemäß“ zu bezeichnen und zu mutmaßen, sie brächte Wettbewerbsnachteile mit sich, ist aus mehreren Gründen ebenso anmaßend wie realitätsfern.

Zum ersten hat ein Bekenntnis zur Muttersprache sehr viel mit Identität und noch mehr mit Demokratie zu tun: wenn die nationale Sprache zugleich Wissenschafts- und Lehrsprache ist, werden Wissen und Wissenschaft demokratisiert. Jetzt aber auf sprachliche Zugangsvoraussetzungen sogar völlig zu verzichten und bei den Studenten keine Fremdsprachenkenntnisse zu verlangen, ist pseudodemokratisch und öffnet einem Niveauverlust Tür und Tor: Die englischsprachigen Studiengänge können offenbar auch Menschen belegen, die nicht einmal rudimentäres Englisch sprechen bzw. verstehen – obwohl zugleich immer mehr Hochschulen Vorbereitungskurse für Studienanfänger einrichten, weil deren Schulkenntnisse ebenso rudimentär sind!

Zum zweiten gibt es mit dem Austritt Großbritanniens aus der EU keinen Grund mehr, die englische Sprache zu bevorzugen und die deutsche zu benachteiligen. Während Deutsch in vier EU-Staaten (Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg) und in Südtirol Amtssprache ist, ist es Englisch nur noch in zweien (Irland, Malta). Das sind rund 90 Millionen Muttersprachler, denen gerade fünf Millionen auf der anderen Seite gegenüberstehen. Zudem pflegen Unternehmen aus 37 Staaten mit deutschen Unternehmen Handelsbeziehungen auf Deutsch, womit die Sprache immer noch auf Platz drei hinter Englisch und Französisch noch vor Spanisch, Russisch und Arabisch liegt.

Zum dritten weiß Sibler offenbar nichts davon, dass das akademische Englisch der Gegenwart keins mehr ist, sondern – wie auch in der Wirtschaft – „Bad Simple English“ (BSE): „The language of good science is bad English“, nennt das der Anglist Ekkehard König. Ex-Lehrerverbandschef Josef Kraus hat völlig Recht, wenn er moniert: „Komplexe Sachverhalte können in einer Fremdsprache niemals so nuanciert und bildhaft wiedergegeben bzw. verstanden werden, wie das in der Muttersprache möglich ist. Die Folgen sind Missverständnisse, eine Verflachung des inhaltlichen Niveaus und die Unterdrückung kontroverser Diskussionen.“

Bereits 2005 hat der „Arbeitskreis Deutsch als Wissenschaftssprache (ADAWIS)“ ein Thesenpapier mit Hunderten Unterstützern vorgelegt, in dem gefordert wird, dass die akademische Lehre in Deutschland generell auf Deutsch erfolgen soll. Der Gegentrend lautet leider, dass auch viele Firmen dem Trend der „Verenglischung“ folgen: Daimler hatte nicht zuletzt durch die Kooperation mit Chrysler Englisch als Konzernsprache eingeführt, Unternehmen wie BMW Group anglisieren sogar ihre Firmennamen, und VW will bis 2021 Englisch als Konzernsprache einführen. Als symbolischen Akt hatte die Stiftung Deutsche Sprache ihre 200 Volkswagen-Aktien verkauft; der Vorstandssprecher der Stiftung, Walter Krämer, zeigt sich „entsetzt, wie bedenkenlos unsere Eliten ihre eigene Sprache und Kultur aufgeben.“

Und zum vierten unterstreicht Siblers sinnfreier Plan die Notwendigkeit der AfD-Forderung, Deutsch endlich Verfassungsrang zu geben, um solche Absurditäten gar nicht erst zuzulassen. Im April 2016 ergab eine Umfrage im Auftrag des STERN erneut, dass 53 Prozent der Befragten für ein „Gesetz zum Schutz der deutschen Sprache“ sind, das auch dazu beitragen mag, das Verantwortungsgefühl für die eigene Sprache allen Bürgern bewusst zu machen – denn in Deutschland hat niemand einen Rechtsanspruch auf die Akzeptierung anderer Sprachen zur Verständigung. In der Schweiz und Liechtenstein erhielt die deutsche Sprache ebenso Verfassungsrang wie in Frankreich die französische. Selbst die CDU wollte 2008 eine Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz und ist davon, wie von so vielen anderen konservativen Positionen, sang- und klanglos abgerückt.

Mit einer Ausnahme: der Landesvorsitzende der Senioren-Union Sachsen, Klaus Leroff, hatte 2016 ein Bekenntnis zur deutschen Sprache im Grundgesetz gefordert. Seine Begründung, dass gerade mit Blick auf die EU die Benachteiligung unserer Nationalsprache auch zu Nachteilen für den Wirtschaftsstandort Deutschland führt, zeigt, dass den CDU-Senioren – im Gegensatz zu einigen ihrer Junioren – seitens der AfD kein Plagiarismus unterstellt, sondern ihr Verstand gewürdigt werden sollte. Die AfD ist derzeit die einzige Partei, die unserer deutschen Sprache die ihr zukommende Rolle zurückgeben will!

Von |2019-11-27T19:30:17+00:00Oktober 12th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

Über den Autor:

%d Bloggern gefällt das:

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen