AM Sachsen: Habilitation nicht abschaffen!

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AM Sachsen: Habilitation nicht abschaffen!

Die AM Sachsen hat Überlegungen zur Abschaffung der Habilitation eine Absage erteilt. Die höchstrangige deutsche Hochschulprüfung bildet in vielen Fächern bis heute die Grundlage für die Berufung auf eine Professur. Wenn Zeit-Herausgeber Josef Joffe sie jetzt „begraben“ will, bereitet er den Boden für eine linksgrüne Politik der akademischen Gleichmacherei, die die jährlich 28.000 Promovierten mit den jährlich 1600 Habilitierten auf eine Stufe stellen will. Das ist die Abkehr von jedem Leistungsprinzip.

Mit der Habilitation weist ein Wissenschaftler nach, dass er sein Fach in voller Breite in Forschung und Lehre vertreten kann – im Gegensatz zur thematisch oft hochspezialisierten und also verengten Promotion. Diese Lehrbefähigung (facultas docendi) bildet die Voraussetzung, um die Lehrberechtigung (venia legendi) erteilt zu bekommen. Erst 2018 hat der Philosophische Fakultätentag als hochschulpolitische Vertretung der geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Fächer an deutschen Universitäten in einer Resolution Qualitätsstandards für gute Habilitationen formuliert.

Die Forderung, die Habilitation zu begraben, passt einerseits in eine Zeit von Plagiatsskandalen in der Politik (von Guttenberg bis Giffey) sowie der politischen Erwünschtheit nichthabilitierter Professoren wie etwa Heike Radvan von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg, die im Auftrag der Amadeu-Antonio-Stiftung eine Urheberin der „Eeen meene muh“-Handreichung war. Sie passt andererseits auch in Zeiten der Ideologisierung von Lehre, wie die Vorgänge um den Leipziger Juristen Thomas Rauscher zeigen, aber auch die Vielzahl unwissenschaftlicher Gender-Lehrstühle.

Ja, die Habilitation kostet Zeit. Aber sie ist ein traditionelles Qualitätsmerkmal der deutschen Universität: an Fachhochschulen können auch Nichthabilitierte „Professor“ werden. Über bestimmte Modifizierungen des Verfahrens nachzudenken ist legitim. Sie abzuschaffen öffnet einer weiteren Niveaunivellierung unserer Ressource Bildung Tür und Tor. Das ist angesichts vieler Arbeitgeberklagen über die geringe Qualifikation von Bachelor-Absolventen der falsche Weg.

Von |2019-11-27T19:27:18+00:00September 12th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

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