Stange mit unverhohlenem Totalitarismus

//Stange mit unverhohlenem Totalitarismus

Stange mit unverhohlenem Totalitarismus

Die AM Sachsen hat Noch-Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD) unverhohlenen Totalitarismus vorgeworfen. Wer auf einer öffentlichen Diskussion mit dem verfemten Maler Axel Krause von einer „Aufweichung der Sprache“ fabuliert und behauptet, gewisse Begriffe „dürften aus moralischen Gründen nicht gesagt werden“, hat sich längst aus einer pluralistischen Gesellschaft verabschiedet. Im Gegenteil: wer so argumentiert, hat seine Moral zur alleingültigen erhoben und verdammt alle, die ihr nicht huldigen!

Damit passt Stange aber perfekt zum politmedialen Komplex. Der Tagesspiegel etwa behauptete, Worte wie Krise, Welle oder Lawine seien „Pegida-Sprache“! Die Zeit wollte uns einreden, dass Flüchtling allein wegen der Negativendung „ling“ diskriminierend ist! Und die OTZ behauptete, das Adjektiv „schäbig“ sei Nazisprache! Gehören dann Atheisten als Ketzer auf den Scheiterhaufen, wenn sie mal „Gott sei Dank“ sagen? Kein Mensch sei illegal? Toll, dann ist auch kein Wort illegal!

Eine offene Gesellschaft ist mit einem geschlossenen Sprachsystem nicht vereinbar. Es gibt nichts Unsagbares, sondern nur Unsägliches! Unsäglich ist, dass die AfD „marschiert“, während normale Menschen demonstrieren; unsäglich ist, dass die AfD „pöbelt“ oder „hetzt“, während normale Menschen fordern oder kritisieren; unsäglich ist, dass AfD-Politiker „brüllen“, während normale Politiker sprechen und rufen. Und wenn sich Axel Krause selbstironisch-sarkastisch als „entarteten Künstler“ bezeichnet, dann ist das kein „NS-Wort“ und schon gar nicht verharmlosend!

Denn „entartet“ geht nicht nur auf den jüdischen (!) Publizisten Max Nordau alias Simon Südfeld zurück, 1983 sprach selbst Franz Joseph Strauß von „kultureller Entartung“ und bestand darauf, dass der Begriff auch heutzutage verwendbar sei (vgl. Süddeutsche Zeitung v. 15. Juli 1983). 1992 redete Helmut Schmidt von einer „entarteten Gesellschaft“ (vgl. Frankfurter Rundschau v. 12. September 1992). Und am 15. Juni 2011 äußerte Wolfgang Schäuble in Berlin anlässlich der Gedenkveranstaltung zum Bau der Berliner Mauer, dass das Gedenken an den Bau „unweigerlich zum Nachdenken über Entartungen von Macht und Politik“ einlade. Dürfen bestimmte Wörter nur noch von bestimmten Personen genutzt werden – zumal im Kontext von Kunst?

Treibt man die Political Correctness auf die Spitze, zerfällt die deutsche Sprache zu Staub und eignet sich kaum mehr für den Transport irgendeiner Information, weil sich hinter jeder Redewendung eine sogenannte Micro-Aggression verbergen kann, an die nur noch keiner gedacht hat, meint Roger Letsch. Stange hat sich damit völlig selbstverständlich angemaßt, Sprach- und damit Gesinnungskorridore festzulegen. Dass diese unsägliche sprachliche Bevormundung auf dieser Podiumsdiskussion unwidersprochen blieb, lässt tief blicken.

Von |2019-08-30T15:18:39+00:00August 30th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

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