AM Sachsen: Keine Geschichtsklitterung in Wittenberg

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AM Sachsen: Keine Geschichtsklitterung in Wittenberg

Die AM Sachsen hat dem jüdischen Berliner Aktivisten Michael Düllmann angesichts des bevorstehenden „Judensau“-Urteils am Landgericht Dessau moralinsaure Geschichtsklitterung vorgeworfen. Wer eine evangelische Kirchgemeinde verklagt, eine spätestens 1305 geschaffene antisemitische Giebelplastik an der Wittenberger Stadtkirche zu entfernen, hat weder die Reformation noch die deutsche Geschichte verstanden. Wer angesichts von 30 ähnlichen Reliefs in Deutschland zugleich ankündigt, bei einem unerwünschten Urteil bis zum Europäischen Gerichtshof zu gehen, um ein Grundsatzurteil zu erwirken, dem geht es nicht um die angebliche Beleidigung und Diffamierung des Judentums, sondern um Geschichtsklitterung.

Geschichte per Bilderstürmerei zu verfälschen und umzuinterpretieren macht sie weder wahrer noch richtiger. Das hat sich schon bei der Abnahme des Schmidt-Bildes bei der Bundeswehr gezeigt und führt letztlich zu kulturellem Talibanismus. Wie soll künftig eine aufgeklärte Generation heranwachsen, die Reliefs wie dieses in den Kontext einordnen kann? Wer solche Darstellungen schleifen lassen will, muss sich den Vorwurf eines kindlichen Charakters gefallen lassen, der sich die Hände vor das Gesicht hält und behauptet, er wäre gar nicht da. In letzter Konsequenz sollte Luther samt Reformation gleich mit abgeschafft werden.

Das Jüdische ist seit mehr als 3000 Jahren Teil der abendländischen Geschichte und Lebensweise. Der Pfarrer der Stadtkirche, Johannes Block, hat völlig Recht, wenn er meint, dass sich Geschichte nicht einfach entsorgen lässt und uns an Dunkles gemahnt. Es ist eine hanebüchene Behauptung Düllmanns, wer die Juden ihrer Menschenwürde beraube, beraube jeden Menschen seiner Menschenwürde, und wenn die Juden zu Schweinen erklärt werden könnten, könne jeder Mensch zu einem Schwein erklärt werden. Das Leben ist kein Ponyhof und Geschichte kein Streichelzoo! Die AfD wird nicht zulassen, dass Deutschland aus falsch verstandener Toleranz sein kulturelles Gesicht verliert; das betrifft hegemoniale Ansprüche jedweder Religion.

Von |2019-04-05T15:03:14+00:00April 5th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

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