Fasching muss nicht politisch korrekt sein!

//Fasching muss nicht politisch korrekt sein!

Fasching muss nicht politisch korrekt sein!

Die AM Sachsen hat das Kostümverbot der Kita Eulenstraße in Hamburg-Ottensen als Indianer oder arabischer Scheich als unerträglichen Kotau vor politischer Korrektheit kritisiert. Wer einerseits die Kostümierung als ethnologisch Fremder ablehnt, aber andererseits akzeptiert, von Mitmenschen mit Migrationshintergrund zur Verkleidung als Kartoffel oder Zahnpastatube aufgefordert zu werden, hat sich längst aus dem demokratischen Konsens eines aufgeklärten Nationalstaats verabschiedet.

Das Verbot zeigt, welche absurden Blüten die Berufung auf Worthülsen wie „kultursensible, diskriminierungsfreie und vorurteilsbewusste Erziehung“ treibt. Welcher amerikanische Ureinwohner fühlt sich diskriminiert, wenn ein Kind in Ottensen mit Federschmuck Fasching feiert – und daneben belehrt wird, dass es Indianer als solche nie gegeben haben, sondern der Begriff wurde im Zuge der Kolonialisierung der damaligen Bevölkerung aufgezwungen wurde? Mit derselben Begründung könnte man auch verbieten, als Drache zu gehen, weil damit Schwiegermütter diskriminiert werden, oder Frauen, sich Anzüge mit Zylinder anzuziehen, weil damit Männer herabgewürdigt werden!

Im Denken und Empfinden verkleideter Kita-Kinder geht es weder um Vorurteile oder Klischees, geschweige gar Diskriminierung. Es geht um – teilweise gar neidische – Bewunderung des Fremden, um Fantasie und Rollenspiele – so eignet man sich Realität an. Diese kindliche Neugier, diesen Spieltrieb mit einem Regelwerk politisch korrekter Erzieher einzuschränken vergewaltigt die Vorstellungskraft und die Kreativität unserer nachfolgenden Generation und trägt zu genau jener Bildungsarmut bei, die eben jene Erzieher eigentlich verhindern sollen.

Das Verbot passt in das Klima stetig verengter Meinungskorridore, die selbst „närrischen“ Aussagen von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer zu Toiletten für das dritte Geschlecht unterstellt, die seien diskriminierend und minderheitenfeindlich. Sie hatte gemeint, solche Toiletten seien für „die Männer, die noch nicht wissen, ob sie noch stehen dürfen beim Pinkeln oder schon sitzen müssen“. Im selben Land ist grundsätzlich sogar die Aussage „Fuck the Police“ nicht pauschal strafbar, sondern, wenn sie sich gegen ein unbestimmtes Kollektiv richtet, von der Meinungsfreiheit gedeckt. „Nach der Meinungsfreiheit liquidiert die Politische Korrektheit nun auch noch die Narrenfreiheit“, twitterte der Medienwissenschaftler Norbert Bolz. Leider hat er Recht.

Von |2019-03-05T17:17:18+00:00März 5th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

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