Keine Gebühren für sprachliche Umerziehung!

//Keine Gebühren für sprachliche Umerziehung!

Keine Gebühren für sprachliche Umerziehung!

Die AM Sachsen hat den ARD-Intendanten, Ex-Regierungssprecher Ulrich Wilhelm, aufgefordert, die Kosten des Gutachtens „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“ aus eigener Tasche zu zahlen. Es zeugt schon von Hilflosigkeit, externe Berater zu verpflichten, um sich Argumente „im Kampf gegen GEZ-Gegner“ liefern zu lassen – offenbar kann man sich seine Existenz nicht mehr selbst rechtfertigen. Es ist aber unverfroren, diese Argumente auch noch von jenen bezahlen zu lassen, die ihrerseits gute Argumente haben, die GEZ endlich abzuschaffen.

Das 89seitige Gutachten des „Berkeley International Framing Institute“, das sich wie eine Sprachanleitung liest, setzt aber statt auf Argumente auf das „Framen“, das Selektieren, Strukturieren und Deuten von Begriffen zu einem bestimmten Wirkungszweck. Das ist manipulativ und kann als sprachliche Variante von Merkels „Nudging“ gelten, das zweckbestimmte Führen von Individuen durch das gezielte Auslösen unbewusster Verhaltensänderungen. So sollen die ARD-Kommunikatoren „zunächst immer über die moralischen Prämissen“ sprechen: Dies sei wichtig, weil Menschen sich immer dann angesprochen fühlen, wenn es „ums Prinzip geht“.

Weiter solle man die Zuschauer emotionalisieren mit der Erinnern, „dass sie mit der Sendung mit der Maus und dem Sandmännchen aufgewachsen sind“ – mit dem Ziel, die ARD „nahbar“ und „authentisch“ zu machen. Außerdem finden sich Sätze wie „Wir nehmen jeden ernst – auch Deine Oma“ oder „Die ARD ist der verlängerte Arm des Bürgers“. Sie sei ein „von Bürgern ermöglichtes Rundfunksystem“, das keine Einnahmen erzielt, sondern das „Rundfunkkapital der Bürger“ verwaltet. Nicht ratsam seien dagegen Begriffe wie „Staatsfunk“ oder „Quotenfinanzierung“; hier raten die Autoren des Gutachtens: „Nutzen Sie nie, aber auch wirklich nie, den Frame Ihrer Gegner.“

Ein besonderes G’schmäckle weist das Institut überdies in Gestalt seiner Chefin Elisabeth Wehling auf – die in der ARD selbst regelmäßig erklärt, wie „Framing“ funktioniert. So durfte sie allein im Herbst letzten Jahres im NDR-Kulturjournal unter dem Thema „Fluchtkrise: Wie Sprache unser Denken prägt“ über die „Kriminalisierung von Rettern“ fabulieren, bei BR Alpha die Bürger belehren, wie Ideologien über Worte transportiert werden, und noch am 6. Dezember bei „zapp“ (NDR) aufklären, dass Sprache und Ressentiment zusammenhängen. Überdies sitzt die Linguistin, deren Studien zuletzt widerlegt wurden, in der Jury des „Deutschen Reporterpreises“, den Claas Relotius mehrfach für seine „Spiegel“-Märchen bekam.

Das Gutachten, das man mit dem Slogan „Wir sind, was wir sagen“ zusammenfassen kann, ist ein weiteres Beispiel für eine Gebührenverschwendung, für die der Intendant in Verantwortung genommen werden muss. Allein die ARD nimmt jährlich aus der in „Rundfunkbeitrag“ umbenannten Zwangsgebühr rund sechs Milliarden Euro ein. Das entspricht etwa dem Staatshaushalt von Paraguay – weltweit ist kein öffentliches Rundfunkangebot auch nur annähernd so teuer. Statt sich Gedanken über ihr Außenbild und ihre Selbstdarstellung zu machen, wären Gedanken über ihren Programmauftrag und dessen bürgernahe Umsetzung dringender und in jedem Falle hilfreicher.

Von |2019-02-12T15:00:47+00:00Februar 12th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

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