AM Sachsen: Keine linke Instrumentalisierung des Wendeherbstes!

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AM Sachsen: Keine linke Instrumentalisierung des Wendeherbstes!

Die AM Sachsen unterstützt die Anstrengungen des Leipziger „Runde Ecke“-Chefs Tobias Hollitzer, die Erinnerung an 1989 nicht verwässern und das Lichtfest nicht thematisch beliebig werden zu lassen. Wenn er fordert, nicht die Weltwirtschaft auf den Augustusplatz holen und auch nicht die Verantwortung für die ehemaligen Kolonialgebiete, hat er unbedingt Recht. Aber noch mehr Recht hat er mit seiner Warnung, den 9. Oktober nicht zum Anlass nehmen, um „alles, was irgendwie mit Demokratie oder demokratischem Zusammenleben zu tun hat, in die Erinnerung an die Friedliche Revolution“ zu packen oder „um aktuelle politische Botschaften unters Volk zu bringen“.

Diese beängstigende und vor 1989 weit verbreitete Tradition der Volkserziehung ist aber genau das, was selbst einen Ex-Lehrer und Oberbürgermeister Burkhard Jung vor einem Jahr im MDR umtrieb. Wenn eine politische Botschaft transportiert werden muss, dann allein die, dass in einer Demokratie der „demos“ das Sagen hat und seine von ihm gewählten Vertreter seine Interessen vertreten müssen – und nicht ihre eigenen. Aber genau das soll den schon länger hier Lebenden und heute zu Erziehenden offenbar ausgetrieben werden. Nicht von ungefähr war das Vorbereitungsteam letztes Jahr über genau dieser Frage zerbrochen.

Die Verwässerung der Erinnerungen und deren beliebige Deutung wird nicht nur von jenen betrieben, die auf den Trittbrettern der Reichsbahnwaggons zweiter Klasse durch die Wende gefahren sind und ihre SED-, FDJ- und sonstigen Mitgliedsbücher verloren hatten. Sie wird auch von jenen betrieben, die heute einem gesinnungsethischen Weltbild anhängen, das zur Durchsetzung seiner Weltsicht auf Gefühle statt auf Fakten setzt. Dass Hollitzer beklagt, dass sich „Legida“-Gegendemonstranten bei Sitzblockaden in der Nachfolge der 89er verstünden, weil sie auf die Straße gingen, obwohl der Staat dies verboten habe, zeigt, dass in Sachsens Bildung grundlegende Dinge schieflaufen. Dazu passt, dass die Montagsdemonstrationen letztes Jahr mit den Blockaden im Hambacher Forst verglichen wurden.

1989 haben sich Volk und Elite an einen runden Tisch gesetzt und geredet. 2019 wird das Volk, weil es wieder mal anders denkt, beleidigt und ausgegrenzt. Wir hatten für kurze Zeit Demokratie und sind heute in einer Monarchie gelandet, in der sich noch der letzte königliche Küchenjunge anmaßen darf, die außerhalb des Schlosses Tätigen zu diffamieren. Fakt ist aber, dass jene, die sich nun wieder bevormunden lassen sollen, ja heute Jammerossis genannt werden, die friedliche Revolution gemacht haben! Und diese Kraft muss gewürdigt und nicht verwässert oder gar zur Weltrettung fehlfunktionalisiert werden!

Quelle: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipziger-DDR-Buergerrechtler-warnt-vor-Verwaesserung-des-Erinnerns-an-1989?fbclid=IwAR2xAs49NxXjcxhOT1Vq6K5VLAviBlDBBy2JegyqD1F27fe-H0WOi-Q1KE8

Von |2019-01-07T16:21:16+00:00Januar 7th, 2019|Allgemein|0 Kommentare

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