AM Sachsen: Diskursverweigerung als nächster Ausgrenzungsmodus?

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AM Sachsen: Diskursverweigerung als nächster Ausgrenzungsmodus?

Die AM Sachsen hat den Aufruf zur Diskursverweigerung mit der AfD heute in der ZEIT als letztes Aufgebot eines Kindergarten-Journalismus kritisiert. Wenn ein offenkundig linker Journalist allen Ernstes fordert, den Diskurs von der Partei zu entkoppeln, und dazu die Metapher des Kaninchens nutzt, das sich von der Schlange abwenden soll, um sie verhungern zu lassen, muss man sich fragen, wie ernst die Worthülsen von der „Integration“ von Menschen aus aller Welt gemeint sind, wenn nach aktuellen Prognosen ca. 18 % einheimischer Wähler ausgegrenzt werden.

Dieses Vorgehen gleicht dem Sandkastenverhalten von Kindergartenkindern, die den aktuellen Inhaber des Schäufelchens oder Eimerchens ignorieren in der Hoffnung, dass er irgendwann die Lust verliert, weggeht – und sie ohne Anstrengung an das begehrte Spielzeug gelangen. Die Ausgrenzung der Wochenzeitung „Junge Freiheit“ bei der Frankfurter Buchmesse, die Überlegungen zum Dauerkartenentzug von AfD-Mitgliedern bei Werder Bremen, die Ablehnung christlicher AfD-Mitglieder als Redner beim evangelischen Kirchentag – die Liste dieser Sandkastenspiele wird täglich länger, ohne dass sie zum gewünschten Erfolg führt.

Jüngstes Beispiel: Einerseits plant die KMK Schüler im Zeugnis zu würdigen, die sich gesellschaftlich engagieren, etwa in Jugendzentren; andererseits wird das sächsische AfD-Portal für mehr Demokratie und Pluralismus an Sachsens Schulen als Denunziations-Projekt verteufelt. Dieser Zwiespalt zeigt, dass Demokratie risikofrei zu gestalten mit dem Aufkommen emanzipatorisch-basisdemokratischer Bewegungen wie die AfD für die Machthaber zum Problem geworden ist – gerade in der Schule.

Denn in Anlehnung an Antonio Gramsci lässt sich feststellen, dass Macht nicht ausschließlich aus „Zwang“ besteht, sondern immer auch aus Hegemonie im Sinne der weitreichenden Möglichkeit, das Denken und Fühlen der beherrschten Gesellschaftsmitglieder in herrschaftskonforme Bahnen zu lenken. Dazu hat Bildung immer beigetragen. Andersdenkende Schüler werden inzwischen sogar öffentlich ausgegrenzt, wie jüngst der Fall Ida-Marie beim Poetry-Slam im pfälzischen Speyer bewies. Aber nicht zuletzt dieser Fall beweist: die Ausgegrenzten erfahren täglich mehr Zustimmung. Insofern wird die Aufforderung zur Diskursverweigerung bestenfalls zur Verinselung und Selbstradikalisierung linksgrüner Filterblasen beitragen. Für den Fortschritt unserer Gesellschaft ist sie kontraproduktiv.

Von |2018-10-11T23:16:47+00:00Oktober 11th, 2018|Aktuelle Mitteilungen, Allgemein|0 Kommentare

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